Prozesslandkarte
Strukturierte Übersicht aller Unternehmensprozesse auf hoher Ebene — zeigt Zusammenhänge und bildet die Grundlage für Optimierungspriorisierung.
Auch bekannt als: Process Map, Prozessübersicht, Prozessarchitektur, Process Landscape
Was ist eine Prozesslandkarte?
Eine Prozesslandkarte ist eine strukturierte Übersicht aller wesentlichen Prozesse eines Unternehmens — auf einer abstrakten, übergeordneten Ebene. Sie zeigt nicht, wie ein einzelner Prozess funktioniert, sondern wie alle Prozesse zusammenhängen, wer verantwortlich ist und welche Bereiche des Unternehmens sie berühren.
Stellen Sie sich die Prozesslandkarte als Stadtplan vor: Sie zeigt Straßen und Bezirke, nicht jeden Hauseingang. Das Detail kommt in den einzelnen Prozessdiagrammen — die Landkarte zeigt zuerst das Gesamtbild.
Aufbau einer Prozesslandkarte
Typischerweise werden Prozesse in drei Kategorien eingeteilt:
Kernprozesse — Die wertschöpfenden Abläufe, die direkt zum Produkt oder zur Dienstleistung beitragen: Vertrieb, Leistungserbringung, Projektdurchführung, Kundenservice.
Unterstützungsprozesse — Interne Abläufe, die die Kernprozesse ermöglichen: Buchhaltung, HR, IT-Betrieb, Einkauf.
Führungsprozesse — Strategische und steuernde Abläufe: Planung, Qualitätsmanagement, Controlling.
Warum die Landkarte vor der Optimierung kommt
Viele Unternehmen beginnen Optimierungsprojekte, ohne zu wissen, welche Prozesse sie eigentlich haben und wie diese zusammenhängen. Das führt zu Insellösungen: Ein Prozess wird optimiert, ohne zu sehen, dass er einen anderen Prozess negativ beeinflusst.
Die Prozesslandkarte schafft Klarheit: Welche Prozesse sind kritisch? Wo liegen die größten Schmerzpunkte? Welche Prozesse überschneiden sich? Welche werden von mehreren Abteilungen parallel genutzt? Diese Fragen müssen beantwortet sein, bevor irgendetwas automatisiert wird.
Der erste Schritt in der Praxis
Eine Prozesslandkarte muss nicht perfekt sein — sie muss vollständig genug sein, um Prioritäten zu setzen. Ein Workshop von zwei bis drei Stunden mit den richtigen Personen aus dem Unternehmen reicht oft aus, um eine erste brauchbare Version zu erstellen. Danach zeigt sich schnell, wo der größte Handlungsbedarf liegt.
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