n8n vs. Make: Welches Automatisierungstool passt zu Ihrem KMU?
n8n vs. Make für KMU: Direkter Vergleich zu Kosten, Datenschutz und Flexibilität — wann welches Tool die bessere Wahl ist.
Zwei Tools dominieren den deutschen KMU-Markt für Workflow-Automatisierung: n8n und Make (früher Integromat). Beide ermöglichen es, verschiedene Softwaresysteme miteinander zu verbinden und wiederkehrende Prozesse zu automatisieren — ohne tiefe Programmierkenntnisse.
Aber sie unterscheiden sich fundamental in einem Punkt, der für viele Unternehmen entscheidend ist: Wo liegen Ihre Daten?
Was beide Tools können
Sowohl n8n als auch Make basieren auf demselben Grundprinzip: Workflows werden visuell zusammengebaut. Ein Auslöser (Trigger) — zum Beispiel ein neues Formular, eine eingehende E-Mail oder ein Zeitplan — startet eine Kette von Aktionen. Jede Aktion verbindet sich mit einer externen App oder einem Dienst über eine API oder einen Webhook.
Typische Einsatzfälle:
- CRM automatisch befüllen, wenn ein Kontaktformular ausgefüllt wird
- Stellenanzeigen auf mehreren Plattformen gleichzeitig veröffentlichen und synchron halten
- Wöchentliche Reports aus mehreren Datenquellen zusammenstellen und versenden
- Neue Kundenaufträge automatisch in Buchhaltung und Lagerverwaltung übergeben
Der zentrale Unterschied: Datensouveränität
Make ist ein Cloud-Dienst. Workflows laufen auf Make-Servern, Daten fließen durch Make-Infrastruktur. Das ist für viele Unternehmen kein Problem — aber für manche schon: DSGVO-Anforderungen, Mandantengeheimnisse, sensitive Geschäftsdaten.
n8n kann selbst gehostet werden — auf dem eigenen Server, in der eigenen Cloud-Umgebung oder bei einem deutschen Hosting-Anbieter. Daten verlassen dabei nie das eigene System. n8n ist zudem Open Source: der Quellcode ist öffentlich einsehbar, keine Black Box.
Kosten im Vergleich
Make rechnet nach „Operationen” ab — jeder Schritt innerhalb eines Workflows zählt als eine Operation. Bei kleinen Workflows ist das günstig. Bei wachsendem Volumen steigen die Kosten schnell.
n8n (Self-Hosted) hat keine Operations-Kosten. Es fallen nur Serverkosten an — und einmalig Aufwand für Setup und Wartung. Für Unternehmen mit vielen Workflows oder hohem Datenvolumen ist das deutlich wirtschaftlicher.
| Make | n8n (Self-Hosted) | |
|---|---|---|
| Datenlage | Make-Server (EU-Region wählbar) | Eigener Server / eigene Cloud |
| Open Source | Nein | Ja |
| Kosten | Nach Operationen | Serverkosten (fix) |
| Einstieg | Sehr einfach | Etwas aufwendiger |
| Integrationen | ~2.000+ vorgefertigt | ~400+ + unbegrenzt via HTTP/API |
| Komplexe Logik | Eingeschränkt | Sehr flexibel (Code-Nodes) |
Wann Make die bessere Wahl ist
- Schneller Einstieg ohne technisches Team
- Wenig Workflows, überschaubares Volumen
- Keine besonderen Datenschutzanforderungen
- Vorgefertigte Integrationen reichen aus
Wann n8n die bessere Wahl ist
- Datenschutz und DSGVO-Compliance sind kritisch
- Hohes Workflow-Volumen (Kosteneffizienz)
- Komplexe, individuelle Prozesse (Code-Nodes, Custom Logic)
- Team soll die Workflows langfristig verstehen und selbst warten können
Die ehrliche Empfehlung
Es gibt keine universell richtige Antwort. Aber es gibt eine Frage, die fast immer die Entscheidung trifft: „Darf diese Information Make-Server durchlaufen?”
Wenn nein — n8n. Wenn ja und Einfachheit wichtiger ist als Flexibilität — Make.
Für die meisten KMU, die wir begleiten, ist n8n mit Self-Hosting die langfristig bessere Entscheidung: datensouverän, wartbar, skalierbar ohne versteckte Kosten.